03 Mai, 2009

Millenium City Run

Das war diesmal wirklich eine knappe Sache. Am letzten Fetzen hab ich den Lauf noch ins Ziel gerettet. Kathy hat diesmal sogar mehr gemacht, als nur irgendwas zu retten.

Ein mal nicht als oberste Anfeuer-Kraft dabei, und schon hat sie einen Pokal in der Hand!

Wir stehen am Start und endlich macht sich bei mir so etwas wie wettkampfmäßige Anspannung breit. Den Routinier verlässt also endlich die zu gemütliche Ruhe. Wie soll man denn schnell laufen, wenn man grade noch gegähnt hat? Kathy ist anders präpariert - sie ist schon seit dem Vorabend nervös. Aber ganz vorne an der Startlinie darf man das auch.

Reinbeißen, einen Meter hast schon.

Das Startsignal ertönt, und das Feld zieht los. Leider machen sie das ohne mich, denn nach den ersten hundert Metern haben mich sicher schon fünf bis zehn Läufer überholt. Ein bisserl länger wollte ich es da vorne schon aushalten. Allerdings bringt übernehmen natürlich auch nichts. Als die erste Frau an mir vorbeizieht, knackst das Ego schon noch kurz an. "Die läuft aber sicher nur die 5km-Strecke" beruhige ich mich in Gedanken. Jetzt heißt es also beißen, und hoffen, dass mein Radtraining irgendwie auch meine 10km-Performance oben gehalten hat.

Wenn die Buben nicht mitkönnen...

Wie so oft bei kurzen Distanzen habe ich überhaupt nicht spezifisch trainiert. In den letzten beiden Wochen gab es überhaupt nur zwei Laufeinheiten: 25 und 20 Kilometer. Das ist jetzt nicht unbedingt der Stoff, aus dem 10km Bestzeiten gemacht sind. Da sich gerade ein komischer Knirps in grünem Outfit an mir vorbei schiebt, beschließe ich, dass das Training für den Sonderling trotzdem reichen muss. Meine Lunge pfeift, die Oberschenkel brennen, und mein Herz rast. Klassischer schneller Laufwettkampf also.

Irgendwie renn ich immer schief wenn es anstrengend ist

Mittlerweile ist mein Mund komplett ausgetrocknet, und ich bin grade an der einzigen Labestation vorbeigerauscht. Auf 10km braucht man zwar wirklich nichts trinken, aber der Gummiartige Speichelbatzen im Mund ist auch nicht grade angenehm. Ich spucke aus. Ein Schleimfaden katapultiert sich etwa zwanzig Zentimeter kerzengerade aus meinem Mund, um dann doch von der Gravitation niedergerungen zu werden. Das bedeutet in diesem Fall, dass er geradewegs im Brustbereich meines Tri-Tops einschlägt. Den Rest des Rennens bestreite ich also mit riesen Sabberfleck am Revert.

Zielsprint!

Mittlerweile bin ich recht alleine. Vor mir läuft eine Gruppe von vier Personen, und davor relativ weit auseinander etwa fünfundzwanzig weitere. Ich beschließe, dass ohne Leiden auch heute nichts zu holen sein wird und schließe auf. Sieh an, auch beim Laufen ist es angenehmer, wenn einem der brutale Gegenwind vom Vordermann genommen wird. Als es nochmals auf die Brücke geht löse ich mich von der Gruppe, rechtzeitig um noch im Brückenabgang die Innenlinie zu erwischen. Was bin ich doch für ein gewiefter Taktiker. Hinter mir rangeln sie um den nicht vorhandenen Platz.

Ein bisserl nur hinsetzen...

Leider habe ich mich etwas verschätzt, und muss dann doch zwei aus der Gruppe gewähren lassen, die nochmals ziemlich zulegen. Auf den Zielsprint bin ich ziemlich leer, und trotzdem ist es geschafft: 40:42 Minuten, Klassenrang 7, Gesamtrang 28. 26 Sekunden und fünf Plätze im Gesamtrang auf das Vorjahr gutgemacht. Selber Klassenrang. Ich bin ziemlich zufrieden.

176bpm Schnitt, 4:07min/km (14,6km/h), 800kcal

Mehr als zufrieden, nämlich stolz bin ich auf meine süße Kleine. Die holt mit 47:48 Minuten den ersten Platz in ihrer Altersklasse, und den 98. Gesamtrang! Wow! Und sie hat sich wirklich gefreut, als sie am Podest stand. Und ihr Coach mit ihr.

Vielen Dank an meine Eltern für's Anfeuern und Fotos machen!