Endlich stand wieder mal Wandern am Programm, und so zog es Kathy und mich zu den Myrafällen. Da wir durch eisernen Willen bereits um acht Uhr aus den Federn entstiegen sind, waren wir bereits so früh in Muggendorf, dass die Klamm noch nicht bis zum Rand mit Flip-Flop-Trägern gefüllt war. Eigentlich war überhaupt recht wenig los - so wenig, dass nicht einmal die Kassen offen hatten.
Wir namen gleich die Klamm und den Hausstein in Angriff. Der Anstieg ist wirklich beeindruckend und bietet einige Sehenswürdigkeiten. Oben angekommen ging es direkt weiter in Richtung Karnerwirt und zur Steinwandklamm. Wirklich geplant war die Steinwandklamm eigentlich nicht, aber als meine flattrigen Erinnerungsreste sich etwas koordiniert hatten, war klar, dass wir dort auch unbedingt noch hin müssen. Die Steinwandklamm bietet nämlich mit kleinen Höhlen und langen Leitern ein unvergleichliches Erlebnis, wie auch Kathy sicher bestätigen wird.
Sie hat es nämlich nicht so mit der Höhe. Ich kann das gut nachvollziehen, weil ich noch genau weiß, wie ich mich das erste Mal an die Eisenleiter im Rudolf-Decker-Steig geschmiegt habe. Meine Fingerabdrücke sind heute noch klar im Metall zu sehen. Kathy erging es nicht anders, und als ich eigentlich schon dachte, dass wir jetzt umdrehen werden, beschloss sie es doch zu wagen. Danach folgte stetes Bangen - ein jeder Tritt auf der Leiter wurde ein paar Sekunden abgewogen. Langsam aber sicher ging es nach oben, und auch, wenn ich mein Problem mit Höhen weitestgehend abgelegt habe, gehört diese wackelige Eisenleiter nicht unbedingt zu den entspannendsten Orten, die ich mir vorstellen kann.
Danach ging es dann über ein paar Leitern und Anstiege wieder zurück zum Jagasitz, wo wir uns mit Kaffee und Torte belohnt haben. Man muss ja die Tradition hoch halten. Nach fünf Stunden (inklusive der Kaffeepause) waren wir wieder bei unserem Auto und es ging zurück nach Hause. Die Wanderung kann ich schwer empfehlen - ist sozusagen der Terminator unter den Landschafts-Szenarien.